(Steven Acuff 8/2016, aus dem Engl. übersetzt)

Schilddrüsenstörungen haben stark zugenommen und sie spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von allen möglichen Gesundheitsproblemen. Dies umfasst alles von Allergie und Depression bis hin zu Krebs. Viele wissen nicht, dass eine Störung in der Schilddrüse hinter ihren Leiden steckt. Die Schulmedizin hat diesen Zusammenhang noch nicht richtig begriffen, weil die gängige Schilddrüsenuntersuchung unzureichend ist, wie der Schilddrüsenexperte Dr. med. Mark Starr in seinem hervorragenden Buch Hypothyroidism 2: The Epidemic schildert.

Probleme mit der Schilddrüse immer verbreiteter

Es ist allgemein bekannt, dass die steigende Umweltverschmutzung die Schilddrüse belastet, aber weniger bekannt ist, dass diese kleine, aber mächtige Drüse mehr Jod braucht, als die winzige übliche Menge, die die Menschen über das Essen zu sich nehmen. Der Körper braucht Jod, um die wichtigen Schilddrüsenhormone T3 und T4 zu bilden. Damit sich T4 in die aktivere Form T3 umwandeln kann, muss auch Selen ausreichend vorhanden sein. Meeresalgen enthalten reichlich Jod und Selen und unterstützen wie kein anderes Lebensmittel die Schilddrüsenfunktion.

Algen als wertvolle Jodlieferanten

Die Japaner essen zum Beispiel viel Algen und nehmen viel mehr Jod zu sich als wir im Westen. Es ist kein Wunder also, dass die Japaner viel weniger an Schilddrüsenstörungen leiden. Im Westen enthält das Speisesalz synthetisches Jod als Zusatz, hauptsächlich als Kaliumjodid. Jodiertes Salz soll die offensichtliche Auswirkung von einem Jodmangel vorbeugen, nämlich den Kropf. Nach der Deutschen Ärztezeitung kommen jährlich im süddeutschen Raum Tausende von Neugeborenen trotz jodiertem Speisesalz mit einem Kropf zur Welt. Der Körper nimmt das Jod im natürlichen Zusammenhang der Algen besser auf als in der synthetischen Form. Diese kleine Menge Jod im Salz kann nicht den Gesamtjodbedarf decken und verhindert nicht die weniger auffallenden Folgen von einem Jodmangel, ob chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder lebensbedrohliche Krankheit.

Vorsichtiger Jodkonsum

Bei Schilddrüsenstörungen muss man allerdings vorsichtig mit dem Jodkonsum sein. Obwohl der Körper Jod dringend braucht, kann eine gesteigerte Einnahme paradoxerweise unangenehme Reaktionen erst mal auslösen. Es ist klug, die Menge Jod langsam zu steigern, damit sich die Schilddrüse daran anpassen kann. Es klappt am besten mit ganzheitsmedizinischer Begleitung. Man fängt mit einer kleinen, täglichen Menge Algen an, wie etwa in Suppen, Eintöpfen oder Hülsenfrüchten. Da Kombu (Kelp) relativ viel Jod enthält, geht es am Anfang besser mit anderen Algen, die weniger Jod enthalten. Wir können viel mehr zu einem Dauergleichgewicht in der Schilddrüse beitragen, als die meisten Menschen ahnen. Information ist die beste ‚Waffe‘, um sich in der heutigen Zeit zu schützen. Das gilt erst recht für die Gesundheit der Schilddrüse.

Steven Acuff: Detox- und Ernährungsberater aus Neuseeland

*Steven Acuff, http://stevenacuff.com/ geb.1945, USA, lehrt Naturkost und eine entsprechende Lebensweise im erweiterten makrobiotischen Sinn, mehrere Jahre Ernährungsberater in der Habichtswaldklinik in Kassel (innere Med., Psychosom., Onkolog.) – 9 Aufl. Das Makrobiotische Gesundheitsbuch, neues Buch: Eating the Wu Wei – for a longer, healthier life – dt. Übersetzung in Arbeit – in 27 Ländern Vorträge gehalten, seit 1985 in Berlin tätig.