Das ist doch Schimmel, oder?

Auf die häufig gestellte Frage, ob die flauschige weiße Schicht auf den Algen Schimmel ist, antworten wir stetig: „Nein, es ist kein Schimmel, das ist Salz“. Genau gesagt sind es Alginate (die Salze der Alginsäure).

Unsere Algen werden schonend getrocknet, damit ihre Vitalstoffe erhalten bleiben. Im Laufe der Zeit sondert sich Salz ab und bildet Ausblühungen an der Oberfläche der Algen. Legen wir einfach einen Streifen Kombu, Wakame, Meeresspaghetti oder Dulse ins Wasser, dann stellen wir fest, dass der weiße Belag während der Wasseraufnahme verschwindet. Bei Schimmel würde er bleiben. Bei Salz nicht, es löst sich auf.

Was ist also Alginat?

Alginat ist auf manchen getrockneten Algen zu sehen und löst sich im Wasser auf. Was spielt es für eine Rolle in der Algenstruktur? Inwiefern ist es für den Menschen gesundheitsfördernd? Darauf gehen wir in diesem Artikel ein.

Alginsäure wird von Braunalgen und von Bakterien gebildet. Sie stellt das strukturgebende Element der Zellwände dar. Sie verleiht der Alge sowohl Flexibilität als auch Festigkeit. Die Salze der Alginsäure werden allgemein als Alginate bezeichnet. Die Alginsäure ist ein Polysaccharid. Dieses bildet in den Zellwänden einen viskosen Gummi durch Bindung mit Wasser.

Gesundheitsfördernd? Fangen wir mit Entschlackung und Entgiftung an.

Die entgiftende Eigenschaft der Algen wurde wissenschaftlich nachgewiesen. Algen besitzen die Fähigkeit, Schwermetalle und Radioaktivität, die durch die Speisen oder die Luft im Körper aufgenommen werden, zu neutralisieren und zu beseitigen.

Die 1965 geführte Forschungsarbeit von Dr. Skoryna und seinen Mitarbeitern vom Institut für Gastroenterologie an der Universität McGill (Montreal, Kanada) zeigt, dass die entgiftende Wirkung der Alginsäure (ein Polysaccharid in Braunalgen, unter anderem in Kombu- und Wakame-Algen) hohe Dosen von Schwermetallen – wie zum Besipiel Blei, Cadmium, Quecksilber und Aluminium – im Körper zu neutralisieren vermag. Das chemische Verfahren lautet Chelatbildung, das so viel heißt wie „fangen“ und „festhalten“. Die Alginsäure, die während des Verdauungsprozesses stabil bleibt, geht mit den schädlichen Substanzen eine Bindung ein und bildet unlösbare Algine, die über den Stuhlgang ausgeschieden werden.

Aus dem Grund wird nicht nur die Absorption der radioaktiv verseuchten Stoffe verhindert, sondern auch deren Ablagerung in den Knochen. Sogar die Nikotinvergiftungen werden durch die Wakame-Alge  abgeschwächt.

Gehen wir weiter mit der Regenerierung vom Magen und Darm.

Natriumalginat verbessert die Darmschleimhaut. Zuerst schonen die rutschigen Ballaststoffe der Algen die Darmflora. Wenn die Ballaststoffe durch den Darm wandern, weichen die Rückstände auf, und dadurch wird der Durchgang erleichtert. Damit stellen sie eine sanfte und wirksame Lösung gegen Verstopfung dar.

Darüber hinaus hemmt das Alginat die Beförderung der Bakterien durch die Darmwand. Das Kalzium-Alginat, das in Kombu enthalten ist, weist sehr nützliche vernarbende und entzündungshemmende Effekte gegen Hämorrhoiden, bei postoperativen Behandlungen und bei Darmparasiten auf. Das alles zusammen entfaltet eine positive Wirkung bei der Behandlung von Darmgeschwüren.

Außerdem verbinden sich die löslichen Ballaststoffe der Algen im Magen mit den Lebensmitteln, so dass sie langsamer aufgenommen werden. So wird ein dauerhaftes Sättigungsgefühl durch kleinere Speisen erreicht und plötzlichen Glukoseerhöhungen vorgebeugt. Diese Heilfähigkeit erlangt eine große Bedeutung bei Schlankheitsdiäten und bei Zuckerkrankheit.

Die gleichen Substanzen sind in der Lage, die Rückflüsse des Magens und der Speiseröhre zu neutralisieren, und stellen damit ein effektives Säureneutralisierungsmittel bei Gastritis und Geschwüren im Zwölffingerdarm dar.

Nicht zuletzt verbessert Natriumalginat die Aufnahme bestimmter Nährstoffe. Wenn die Vitamine B2 mit Natriumalginat zusammen eingenommen wird, dann wird die Absorption der Vitamine erhöht.

Wie wirkt Alginat auf den Cholesterinspiegel, den Herzkreislauf und den Blutdruck?

Weithin anerkannt ist die cholesterinspiegelsenkende Wirkung der Algen, die in beachtlichem Maße Agar, Alginat und Karrageen zu verdanken ist. Noch einmal, hier wird das Cholesterin „eingefangen“ und aus dem Körper „vertrieben“.

Diese „Reinigungsaufgabe“ wird zusätzlich durch andere Mechanismen verstärkt, wie die Wirkung des Jods und der ungesättigten Fettsäuren, welche die Algen herz- und kreislauffreundlich machen. Sie bekämpfen nämlich eine der größten Plagen unserer Gesellschaft: Die Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Es wird oft vermutet, dass Algen viel Salz enthalten. Aus dem Grund wären sie schädlich für Menschen, die unter hohem Blutdruck leiden. Jedoch ist es genau umgekehrt: Die Polysaccharide der Algen vermindern das Übermaß an Natrium und scheiden es aus dem Organismus aus, mit einer schonenden Wirkung auf hohen Blutdruck.

Alginate unterstützen auch die Leberfunktion.

Natriumalginat ist als Ballaststoff zur Verhinderung von Fettleibigkeit, Hypercholesterinämie und Diabetes sehr hilfreich. An Mäuse konnte nachgewiesen werden, dass Natriumalginat die Körpergewichtszunahme hemmt und die Insulinsensitivität reguliert. Die Entzündungen in der Leber werden dabei reduziert

Ja, Alginate sind eindeutig gesundheitsfördernd!

Trotzdem empfehlen wir Euch immer, bei Gesundheitsfragen den medizinischen Rat eines Arztes oder Heilpraktiker einzuholen. 

Aber nicht zuletzt geht es auch um den Umami-Geschmack!

Süß, sauer, salzig, bitter – wir alle kennen diese vier Geschmacksrichtungen. Umami wurde als herzhaft-wohlschmeckend und mitunter fleischig beschrieben. Die fünfte Geschmacksrichtung also!

Bereits 1908wurde der Begriff Umami, vom japanischen Wissenschaftler Kikunae Ikeda geprägt, der herausfand, dass die Zunge nicht nur über vier verschiedene Geschmacksrezeptoren verfügt, sondern über fünf. Die Zunge erkennt einen herzhaften, intensiven, pikanten oder fleischigen Geschmack. Umami-Substanzen werden vor allem in der asiatischen Küche zum Beispiel durch die Beigabe von Algen eingesetzt.

Alginate bringen noch eine weitere hervorragende Eigenschaft mit sich: Sie lassen Hülsenfrüchte schneller gar werden und wegen der oben beschriebenen Besonderheiten machen Alginate sie leichter verdaulich.

Also vergesst den Schimmel und lasst es Euch schmecken!!!

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